Die Grille und die Ameise
Die Grille hatte
den ganzen Sommer lang gesungen
und fand sich völlig mittellos,
als der kalte Nordwind kam.
Nicht ein einzig kleines Stück Fliege
oder Regenwurm.
Sie klagte über großen Hunger
bei Frau Ameise, ihrer Nachbarin,
und bat sie, ihr etwas Korn zu geben,
um zu überleben
bis zur nächsten Sommerszeit.
»Ich werd Euch zahlen«, sprach sie zu ihr,
»noch vor dem Erntemond, auf Grillenehr,
die Zinsen und das Kapital.«
Die Ameise, die leiht nicht gern;
das ist noch ihr geringster Fehler.
»Was tatet Ihr zur warmen Jahreszeit?«
fragte sie die Bittstellerin. -
»Tag und Nacht für jedermann
hab ich gesungen, mit Verlaub.« -
»Gesungen habt Ihr? Das freut mich sehr.
Nun gut, dann tanzt doch jetzt!«
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